Aktion Sternsingen 2012
Liebe Sternsingerinnen und Sternsinger
Liebe Begleitpersonen
Liebe Interessierte
Jedes Jahr steht ein anderes Gastland aus Afrika, Asien/Ozeanien oder Lateinamerika im Zentrum der Aktion Sternsingen. Für die Aktion Sternsingen 2011 war es Kambodscha. In diesem Jahr sind wir mit der Aktion Sternsingen 2012 zu Gast in Nicaragua. Hier wollen wir die Geschichte dieses mittelamerikanischen Landes, das eines der ärmsten in der Region ist, vorstellen.
Kolonialisierung durch Spanien und England
1502 entdeckt Christoph Kolumbus auf seiner letzten Expedition in die Neue Welt die karibische Küste Nicaraguas und meint, an der Mündung des Ganges zu sein. In der folgenden Kolonialisierung durch spanische Truppen, werden u.a. hundertausende Indianer der Niquirano, auf die der Name «Nicaragua» zurückgeht, getötet.
1633 landen die Engländer an der Atlantikküste, verbünden sich mit den dort lebenden Miskito-Indianern und bekämpfen mit ihnen die spanischen Besatzer.
Nicaraguas Unabhängigkeit
Nach blutigen Aufständen erklärt Nicaragua 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien und wird 1839 eine selbständige Republik.
1855 kommt der amerikanische Söldnerführer William Walker ins Land und reisst die Macht an sich. 1860 wird er in Honduras festgenommen und erschossen.
Die Somoza-Dynastie
1912 entsendet die USA ihre Kriegsmarine nach Nicaragua, um die strategische Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik zu sichern. Es entsteht ein erbitterter Guerillakrieg unter der Führung von Augusto C. Sandino, nach dem die politische Bewegung der Sandinisten bis heute benannt ist.
1933 löst die nicaraguanische Nationalgarde unter Anastasio Somoza die amerikanischen Marinetruppen ab. Sandino wird ermordet. Es ist der Beginn der über vierzigjährigen Herrschaft der Familie Somoza.
1961 bildet sich die sandinistische Befreiungsfront (FSLN). Es beginnt der Guerillakrieg gegen die Diktatur des Somoza-Clans.
1977 führt die Unzufriedenheit der Bevölkerung zu einem Aufstand, der mit der Sandinistischen Revolution 1979 siegreich endet.
Die Ära der Sandinisten
Durch Alphabetisierungsprogramme, kostenlose Schulbildung, Gesundheitsversorgung usw. bringen die Sandinisten soziale Verbesserungen. Im Ausland wächst auf Seiten der ehemaligen Anhänger Somozas die Unzufriedenheit über den sozialistisch-marxistischen Kurs. Der Konflikt mündet in einen erneuten Bürgerkrieg. Die regierungsfeindlichen Guerillakämpfer – die «Contras» – werden von den USA finanziell unterstützt. Der Tod Tausender und der wirtschaftliche Ruin des Landes sind die Folgen dieses «Contrakrieges».
Die Parlamentswahlen von 1984 gewinnt der Präsidentschaftskandidat der Sandinisten, Daniel Ortega Saavedra, mit grosser Mehrheit.
1985 verhängen die USA ein Wirtschaftembargo. Wirtschaftliche Verschlechterung und Kriegsmüdigkeit lässt den politischen Einfluss der FSLN schrumpfen.
Stabilisierung
1988 wird der Bürgerkrieg durch einen Friedensvertrag beendet. Bei den Parlamentswahlen von 1990 werden die Sandinisten durch ein 14-Parteien-Oppositionsbündnis abgelöst. Nach Vertretern der Demokraten, der Neoliberalen und der Liberal-Demokraten ist seit 2006 Daniel Ortega erneut im Amt. Im November 2011 finden in Nicaragua die nächsten Präsidentschaftswahlen statt. Es bleibt zu hoffen, dass sie frei und demokratisch durchgeführt werden.


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